Literarische Schiffbrüche


“Komm preisvoller Odysseus, du großer Ruhm der Achäer,
Lenke dein Schiff ans Land und horche unserer Stimme.
Denn hier fuhr noch keiner im schwarzen Schiffe vorüber,
Eh’ er dem süßen Gesang gelauscht aus unserem Munde,
Dann aber scheidet er wieder, beglückt, und weiß um ein Neues (…)”
(Odyssee, Zwölfter Gesang, Vers 184-191, Homer)

Wir freuen uns, auf die Veranstaltung unser Freunde von der VHS und der Uni Augsburg hinweisen zu dürfen: Am 21. November wird Prof. Dr. Hans Richard Brittnacher einen Vortrag über literarische Schiffbrüche halten.

Wann: 21. November um 17 Uhr

Wo: Zeughaus, Filmsaal 300/III, Zeugplatz 4

Eintritt: 6 Euro, Studierende 3 Euro

“Die Seefahrt ist seit Homers Irrfahrten des Odysseus ein uraltes Thema der Literatur und eignet sich wie kein zweites zur Metaphorisierung des Lebens, des Abenteuers, der Politik, der Kirche und der Wissenschaft. Was aber, wenn die Reise scheitert, wenn das Schiff havariert und untergeht? “Schiffbruch mit Zuschauer” hat der Philosoph Hans Blumenberg eine grundlegende Untersuchung zur Ästhetik des Untergangs genannt, die im Schiffbruch ihr bevorzugtes Bild gefunden hat: unendliches Leiden, nagender Hunger und quälender Durst, hilfloses Umhertreiben auf dem gewaltigen Ozean, den Unbillen des Wetters und den Angriffen wilder Seeungeheuer preisgegeben – kein Thema für Zartbesaitete.”

Prof. Dr. Hans Richard Brittnacher. Studium in Marburg und Berlin Promotion 1994, Habilitation 2002; Gastprofessuren in Bern, Wien, Durham und Chapel Hill (North Carolina); Stipendiat des Hamburger Instituts für Sozialforschung; lehrte bis Sommer 2018 am Institut für Deutsche Philologie der Freien Universität Berlin.